Ich wurde heute vom MIT angerufen – „something changed“

Es gibt Tage, an denen alles überraschend gut zusammenpasst. Und dann gibt es Tage, an denen das MIT anruft.

Ich sitze also im Wintergarten, Kaffee in der Hand, vertieft in meine Weiterbildung zum Change Manager. Gerade lese ich etwas über die Dreidimensionalität von Menschen und Organisationen. Eine wunderbare Metapher, denke ich. So vielschichtig, widersprüchlich, dynamisch – fast wie ein Würfel. Oder besser: ein dicebreaker.

Ich bin stolz auf diesen Gedanken. Er fühlt sich klug an. Philosophisch. Fast ein bisschen poetisch.

Dann vibriert mein Handy.
Boston, Massachusetts, USA.

Mein erster Gedanke: Aha, jetzt rufen sogar schon amerikanische Spam-Anbieter an.

Mein zweiter: Moment – ich hatte dem MIT | Applied AI doch vor ein paar Tagen geschrieben … aber die rufen doch nicht wirklich an, oder?

Doch. Sie tun’s.

Zögernd nehme ich ab. Kaffee in der einen Hand, mein Notizbuch auf dem Schoß, die Metapher von eben noch warm im Kopf.

Am anderen Ende: eine unglaublich sympathische Stimme.

„Hi Andy, this is … from MIT’s Applied AI program. Just wanted to personally reach out regarding your interest…“

Ich versuche, professionell zu wirken. Souverän.

In Wirklichkeit denke ich: Wie bitte? Das MIT? Ruft mich einfach an? Während ich gerade Organisationswürfel sinniere?

Aber ja, das MIT hat tatsächlich angerufen.

Ich war zu Hause. Beim Kaffee. Und vielleicht ein kleines bisschen stolz.

Nicht wegen des Anrufs.

Sondern, dass ich überhaupt auf einem Zettel lag, der groß genug war, dass man in Boston draufzeigt und sagt: „Den rufen wir mal an.“

Vielleicht revanchiere ich mich demnächst – und rufe einfach mal zurück.

Nur so.

Zum Abgleich der Zeitzonen.

„Déjà-vu… something changed.“

Neo

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