Ein Bot, der Körpersprache sichtbar macht

Es war kein großes Projekt geplant. Und trotzdem ist daraus etwas entstanden, das mich selbst überrascht hat: ein Bot, der aus einem einzigen Foto ganze Beziehungsgeflechte sichtbar machen kann – wissenschaftlich fundiert und zugleich leicht verständlich.

Wie funktioniert das?

Die Grundlage bildet mein Kompendium: Nonverbale Kommunikation bei der Fotoanalyse. Darin sind Methoden und Kriterien gesammelt, mit denen sich Körpersprache systematisch erfassen und deuten lässt – von Proxemik (Abständen) über Gestik, Haltung, Blickrichtung bis hin zu Statussignalen.

Der Bot greift auf diese Wissensbasis zurück und analysiert hochdetailliert, was auf einem Foto sichtbar ist:

  • Wer steht wem wie nahe?
  • Welche Haltung signalisiert Selbstsicherheit oder Zurückhaltung?
  • Wie beeinflussen Blickrichtungen die Gruppendynamik?

Das Ergebnis ist nicht nur eine präzise Analyse, sondern zugleich auch eine alternative Bildbeschreibung in Alltagssprache – ein echter Mehrwert für Menschen mit Sehbeeinträchtigung.

Mehr als Analyse: Lernen, besser zu fotografieren

Spannend ist, dass die Analysen nicht nur Beziehungen und Spannungen sichtbar machen, sondern auch erklären, warum ein Foto wirkt, wie es wirkt. Für Fotograf:innen, Lehrende oder Lernende wird so nachvollziehbar, welche nonverbalen Details ein Bild eindrucksvoll machen – und worauf man beim Fotografieren achten sollte.

Inklusion als Nebeneffekt

Besonders freut mich: Ganz nebenbei entstehen barrierefreie Bildbeschreibungen. Sie bieten sehbeeinträchtigten Menschen einen Zugang zu Fotos, der über ein simples „drei Personen in einem Raum“ hinausgeht. Stattdessen entsteht eine lebendige Erzählung, die Nähe, Distanz und Atmosphäre beschreibt.

Fazit

Eigentlich war es ein Experiment – doch der „Körpersprache-Bot“ eröffnet gleich mehrere neue Anwendungsfelder: Fotopädagogik, Unternehmenskommunikation und Inklusion.

Wer neugierig ist: Der Bot ist frei zugänglich und kann hier ausprobiert werden.

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