Loslassen
Zwischen den Jahren
Ich glaube, wir reden zu viel über Veränderung
und zu wenig über Abschied.
Über Aufbruch sprechen wir gern.
Über das, was dafür zurückbleiben muss, kaum.
In der Trauer gibt es Phasen.
Eine davon ist der Widerstand.
Nicht aus Bosheit.
Sondern aus Liebe zu dem, was war.
Ich merke bei mir,
dass ich diesen Widerstand gut kenne.
Und dass ich aufgehört habe, ihn zu bekämpfen.
Ich halte noch fest.
Aber da ist etwas in mir,
das beginnt zu verstehen:
Loslassen ist kein Verrat.
Es ist eine Form von Achtung.
Eine Weise zu sagen:
Das hatte Bedeutung.
Und genau deshalb darf es enden.
Diese Tage zwischen Abschied und Neubeginn
tragen eine leise Erinnerung in sich:
Hoffnung entsteht nicht dort,
wo Neues laut verkündet wird,
sondern dort,
wo Altes gewürdigt wird.
Nicht durch Festhalten.
Sondern durch den Mut,
den Gedanken zuzulassen,
dass ein Ende
auch würdevoll sein kann.
