AblageStapel — ein Tetris für Kirche und Verwaltung

Es gibt diesen einen Moment in fast jeder Verwaltung, kirchlich oder nicht: Eine Stelle wird frei. Sie wird nicht wiederbesetzt. Die Aufgaben, die daran hingen, verschwinden aber nicht mit ihr. Sie verteilen sich, leise, ohne Beschluss, auf alle, die noch da sind. Niemand nennt das Überlastung. Man nennt es Übergangslösung, und aus der Übergangslösung wird ein Dauerzustand.

Genau dieses Gefühl kenne ich aus einem Spiel, das schon 1984 erfunden wurde: Die Reihen füllen sich schneller, als man sie leeren kann. Deshalb gibt es jetzt AblageStapel — ein Tetris für alle, die wissen, wie sich eine Wiedervorlage anfühlt.

Warum Tetris die ehrlichste Managementsimulation ist, die wir haben

Tetris hat kein Ende. Das ist kein Fehler im Design. Das ist die ganze Pointe.

Man verliert nicht, weil man etwas falsch macht. Man verliert, weil das Spiel niemals aufhört, neue Steine zu schicken, mit jedem Level ein bisschen schneller. Genau darin unterscheidet es sich von fast jedem anderen Spiel: Es simuliert keine Herausforderung mit Anfang und Ende. Es simuliert einen Zustand.

Und einen Zustand zu verwalten, statt ein Problem zu lösen, ist ziemlich genau das, was Kirche und Verwaltung im Moment am besten können. Nicht aus Unfähigkeit. Weil die Aufgabe so gebaut ist.

Die Story von AblageStapel

AblageStapel spielt das nicht als Metapher, sondern buchstäblich durch. Du sitzt in der Registratur. Volle Reihen sind erledigte Vorgänge: zu den Akten, abgeheftet, Aktenzeichen vergeben. Unvollständige Reihen bleiben liegen, wie jeder Vorgang, der auf eine fehlende Unterschrift wartet. Wer nichts mehr unterbringt, hat Dienstschluss.

Das ganze Spiel liegt unter ablagestapel.dicebreaker.de. Kein Download, keine Installation, du klickst und bist mitten in der Schicht.

Was passiert, wenn du verlierst

Am Ende steht kein „Game Over“. Es steht ein Stempel. „Verfahren eingestellt.“ „Ablage voll.“ „Wiedervorlage: irgendwann.“ Über zwanzig solcher Vermerke wechseln sich ab, dazu ein Abschlussbild mit Aktenzeichen, Punktzahl, Rang und bis zu drei besonderen Vermerken, im Behördenlayout, zum Teilen oder Sichern.

Wichtig dabei: Der Spott gilt der Sache, nie dir. Es gibt keine Zeile im Spiel, die eine schlechte Schicht persönlich nimmt. Das Verfahren scheitert. Nicht der Sachbearbeiter.

Die Laufbahn — vom Ablagepraktikanten zum Registrator

Du bekommst keinen Highscore. Du bekommst eine Besoldungsstufe. Level und Rang laufen parallel: A 2 ist der Ablagepraktikant, A 10 der Registrator. Wer ganz oben ankommt und „Der Registrator“ wird, ist längst außertariflich — eine Stufe, die es in keiner Besoldungsordnung mehr gibt. Jede der 37 Amtsbezeichnungen ist frei erfunden und trotzdem erschreckend plausibel.

Realistisch endet eine gute Schicht bei A 12 bis A 15. Die oberen Ränge sind erreichbar, aber Beiwerk, kein realistisches Ziel. Auch das ist Absicht: Eine Karriereleiter, die tatsächlich bis ganz oben führt, wäre nicht die Erfahrung, die das Spiel vermitteln will.

Die Ehrentafel — für immer Mitarbeiter des Monats

Jede beendete Schicht mit mehr als null Punkten kommt in die Liste, ohne Mindestpunktzahl. Ein Namenszeichen steht pro Monat nur einmal, mit der besten Schicht. Wer anonym bleiben will, trägt sich als „N.N.“ ein, und dieses Kürzel darf sich beliebig oft wiederholen.

Am Monatsersten schließt die Liste automatisch, ganz ohne Cron-Job: Der erste Besuch nach Mitternacht löst es aus. Die zwanzig besten Schichten wandern ins Archiv und bleiben dort stehen, dazu ein Gesamtverzeichnis der fünfzig besten Schichten aller Zeiten. Mitarbeiter des Monats wird man hier tatsächlich für immer.

Die Ehrentafel-Seite zeichnet ihre Bilder direkt im Browser auf Canvas, nicht auf dem Server — jedes Monatsbild entsteht live aus den echten Daten und veraltet nie. Über deinen eigenen Link (mit deinem Kürzel) rollt die Seite automatisch zu deinem Eintrag, selbst wenn er außerhalb der Top 20 liegt.

Was technisch dahintersteckt

AblageStapel ist eine einzige HTML-Datei. Kein Build-Prozess, keine Abhängigkeit, kein Tracking. Sie läuft sogar per Doppelklick von der Festplatte, ganz ohne Internet.

Kein Konto, keine Werbung, keine Cookiebanner. Die Anwendung merkt sich Bestwert und Einstellungen lokal im Gerät, nicht auf einem Server. Auf dem Handy lässt sie sich zum Home-Bildschirm hinzufügen und öffnet dann im Vollbild wie eine App.

Jedes Gerät bekommt dasselbe Bild, nur größer oder kleiner: Eine einzige Maßeinheit steuert Zellgröße, Schrift und Abstände gemeinsam, ein 8-Zoll-Tablet zeigt also exakt dieselbe Proportion wie ein 13-Zoll-Gerät.

Alle Töne entstehen live im Browser, auf einer Pentatonik, damit sich nichts reibt. Es gibt eine optionale Hintergrundmusik, ab Werk aus. Wer eigene Stücke ablegt, findet sie automatisch. Die Steuerung selbst trägt die Behördensprache mit: Ziehen verschiebt, Tippen dreht, ein Wurf nach unten geht „zu den Akten“, ein Wisch nach oben legt „zur Wiedervorlage“. Auf dem Handy quer gibt es eine ausblendbare Daumensteuerung.

Die Bestenliste läuft über ein schlankes PHP-Backend mit eigener Ratenbremse, ganz ohne fremde Dienste oder Datenbank.

Der moralische Kern — oder warum hier niemand verliert, weil er zu blöd ist

Kritisiert wird die Sache, nie die Person davor. Das zieht sich durch jede Textzeile im Spiel. Kein Vermerk macht sich über dich lustig. Alle machen sich über das Verfahren lustig.

Die Ehrentafel arbeitet nach derselben Regel: keine Mindestpunktzahl, keine Hürde, jede Schicht zählt. Wer nicht genannt werden will, bleibt „N.N.“ und verschwindet nicht in der Bedeutungslosigkeit, sondern in guter Gesellschaft.

Was bewusst nicht drin ist

Der naheliegendste Weg, das Spiel schwerer zu machen, wäre ein nachrückender Posteingang gewesen: von unten hereinwachsende Reihen, wie liegengebliebene Post. Es gibt ihn nicht.

Fairness war wichtiger als Realismus. Ein wachsender Posteingang hätte alte Bestwerte unvergleichbar gemacht — wer zuerst gespielt hat, hätte es leichter gehabt als alle danach. Aus demselben Grund gibt es keine Bearbeitungsfrist je Stein und keine Beförderung, die Werkzeuge kostet: Ideen, die im Entwurf standen und wieder verworfen wurden, weil sie den Druck erhöht, aber die Ehrlichkeit der Liste zerstört hätten.

Wie es entstanden ist

AblageStapel ist, wie alle Spiele auf dicebreaker.de, vibe-coded entstanden. Ich habe keine einzige Zeile Code selbst geschrieben. Ästhetik, Ton, jede Formulierung im Menü kommt von mir, die Umsetzung übernimmt eine KI, Runde für Runde.

Das klingt nach Abkürzung. Ist es nicht. Wer schon mal versucht hat, einer KI zu erklären, warum ein Bildschirmrand auf dem iPad anders reagiert als auf dem iPhone, weiß: Die Arbeit verschiebt sich. Sie verschwindet nicht.

Wie lange hältst du deinen Laden schon allein zusammen?

Nicht rhetorisch gemeint. Ich bin neugierig, ob sich der Moment, den AblageStapel durchspielt, bei dir in Kirche oder Verwaltung genauso anfühlt, oder ob ich da etwas zu düster sehe für ein Spiel mit Ockergelb und Petrol.

👉 Jetzt spielen: ablagestapel.dicebreaker.de

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